Statt Jubiläumsauftritt in Leipzig: #DasBlaueSofaDigital mit 20 Autorinnen und Autoren

Vom 23. - 27. März 2020 saßen die ersten Autorinnen und Autoren auf dem Blauen Sofa – darunter John von Düffel. Nach der Absage der Leipziger Buchmesse im 20. Jubiläumsjahr, bat das Sofa-Team neunzehn Autor*innen sowie die Aufbau-Verlegerin Constanze Neumann auf  #DasBlaueSofaDigital (also für jedes Sofa-Jahr eine Persönlichkeit). Sie sprachen über ihre neuen Bücher und über die Bedeutung der Buchmesse. Auf den Autorenseiten auf dieser Seite finden Sie Informationen zu den Autorinnen und Autoren, ihren Büchern sowie einen Link zum Gespräch.

Ingo Schulze

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Ingo Schulze

Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren und lebt in Berlin. Nach dem Studium der klassischen Philologie in Jena arbeitete er zunächst als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Bereits sein erstes Buch »33 Augenblicke des Glücks«, 1995 erschienen, wurde sowohl von der Kritik als auch dem Publikum mit Begeisterung aufgenommen. »Simple Storys« (1998) wurde ein spektakulärer Erfolg und ist Schullektüre. Es folgten das Opus magnum »Neue Leben« (2005), die Erzählungen »Handy« (2007) und »Orangen und Engel« (2010) sowie die Romane »Adam und Evelyn« (2008) und »Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst« (2017), für den Ingo Schulze mit dem Rheingau Literatur Preis ausgezeichnet wurde und der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand. Zudem veröffentlichte Ingo Schulze Essays und Reden, darunter »Was wollen wir?« (2009) und »Unsere schönen neuen Kleider« (2012), sowie das Künstlerbuch »Einübung ins Paradies« (2016). Im Frühjahr 2020 erschien der Roman »Die rechtschaffenen Mörder«, der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war. Am 1. Oktober 2020 wurde Ingo Schulze mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für sein Engagement als politischer Autor und Künstler ausgezeichnet. 2022 erschien »Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte ...«, 2024 der Band »Zu Gast im Westen. Aufzeichnungen aus dem Ruhrgebiet« und im August 2026 der Roman »Das Wasser im August«, der mit dem Uwe-Johnson-Preis ausgezeichnet wird und für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert ist. Ingo Schulzes Werk wurde mit internationalen Preisen ausgezeichnet und ist in 32 Sprachen übersetzt.

©  Andreas Labes

Ingo Schulze: Das Wasser im August

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Das Wasser im August

Fischer

Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler im Juni 2025 nach Mecklenburg, in jene seenreiche Landschaft, die er im Sommer 1979, von dem sein Lesungstext handelt, den »Norden« genannt hat. Eine unerwartete Begegnung scheint seine Novelle lebendig werden zu lassen, und wirft damit die Frage auf, was war und was wirklich ist. War er damals zu jung und zu unbeschwert für die große Liebe, und ist sie heute zu alt? Sind nur Illusionen und Utopien verloren gegangen oder auch Ansprüche und Hoffnungen, die einer Gegenwart fehlen, in der die alte Angst vor einem Krieg wieder real erscheint? Vielleicht ist die Liebesgeschichte in »Das Wasser im August« auch eine Schule des Sehens, des Erkennens und Schreibens, und der Versuch, sich der Welt, der Menschen und der eigenen Geschichte so genau und so lebendig wie möglich zu versichern.

Eine Rückkehr zu den Ursprüngen des eigenen Schreibens – die Erinnerung an einen Sommer des Jahres 1979, in dem das Leben noch offenstand.