Andreas Schäfer, 1969 in Hamburg geboren, wuchs in Frankfurt/Main auf und lebt heute als Schriftsteller und Journalist mit seiner Familie in Berlin. Bisher veröffentlichte er die Romane "Auf dem Weg nach Messara", wofür er u. a. den Bremer Literaturförderpreis erhielt, "Wir vier" (2010), der für den Deutschen Buchpreis nominiert war und mit dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet wurde, und zuletzt "Gesichter" (2013).
© Mirella Weingarten
Dumont Buchverlag
Die "Villa Rosen", ein neoklassizistisches Landhaus, wird 1908 von dem später zu Weltruhm gelangenden Architekten Max Taubert für einen Professor Adam Rosen und seine Frau Elsa entworfen. Als Frieder und Hannah Lekebusch Mitte der Neunzigerjahre das Haus am Rande des Berliner Grunewalds entdecken, erliegen sie seinem verwunschenen Charme. In einer aufwendigen Restaurierung stellen sie den Originalzustand des Hauses wieder her, und schnell wird die neu erstrahlende Villa als "Kleinod der Vormoderne" zum Pilgerort für Taubert-Fans, Künstler*innen und einflussreiche Journalist*innen. Und mehr und mehr zum Spielball der Interessen. Sie wollten den alten Geist des Hauses wiedererwecken, doch mit denAuswirkungen des Ruhms und dem langen Schatten der Vergangenheit haben die Lekebuschs nicht gerechnet. Kunst, Moral, privates Glück und Politik: "Das Gartenzimmer" spannt einen Bogen von der Aufbruchsstimmung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, über die Weimarer Republik und die Herrschaft der Nationalsozialisten bis in die Gegenwart und erzählt fesselnd vom Schicksal eines Hauses und dem Leben derer, die sich seiner sirenenhaften Wirkung nicht entziehen können.
Trotzdem.
Aufmerksame.
Ein altes Haus mit vielen Zimmern.
Der Blick in den Maschinenraum der Demokratie. Kein Politiker behauptete, alles zu wissen, dennoch musste entschieden werden. Dabei fühlte ich mich als Bürger ernst genommen.