Die Autorinnen und Autoren

Thomas Stangl

Autor:in

Thomas Stangl

Thomas Stangl, 1966 in Wien geboren, studierte Philosophie und Spanisch in Wien und schrieb zunächst Essays, Buchbesprechungen und kleinere Prosaarbeiten für Zeitungen und literarische Zeitschriften. Seit seiner ersten Buchveröffentlichung 2004 ist ein umfangreiches und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnetes literarisches Werk entstanden, zuletzt erschien der Erzählband Die Geschichte des Körpers. Thomas Stangl lebt in Wien.

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Quecksilberlicht

Aktuelles Buch

Quecksilberlicht

Matthes & Seitz Berlin

Die Auflösung von Raum und Zeit, von Geschichte und Geografie durch Literatur

Ein chinesischer Kaiser, der von der totalen Herrschaft über die Zeit träumt, Autorinnen aus dem 19. Jahrhundert, die sich gegen die Zwänge ihrer Wirklichkeit auflehnen, ein Mädchen im Simmering des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, am Rand der Stadt und am Rand der Weltgeschichte: Thomas Stangl löst einzelne Momente der individuellen Lebensgeschichte, eigener und fremder Familiengeschichten sowie weit entfernte historische Momente aus ihren Zusammenhängen und montiert sie zu neuen Konstellationen. Er verwebt Gesten, Handlungen und Szenen zu einem faszinierenden, jeder Zeitordnung enthobenen Roman und errichtet einen kontrastreichen Erzählraum, in dem vermeintliche Selbstverständlichkeiten neue Bedeutung gewinnen und konventionelle Vorstellungen von Biografie, Identität und Wirklichkeit verloren gehen.

Quecksilberlicht ist ein Roman soghafter Kraft über Geschichte, das Vergehen der Zeit und das Fortleben alles Geschehenen in unser aller Leben. Der chinesische Kaiser hielt sich für das Zentrum des Universums und versuchte, durch die Einnahme von Quecksilber unsterblich zu werden; er starb an Quecksilbervergiftung. Nicht er und nicht der Autor ist das Zentrum der Welt, ein jeder, eine jede ist es. Und die Literatur von Thomas Stangl ist der Ort, an dem sie weiterleben.

4 Fragen 4 Antworten

Mit welchem Satz beschreiben Sie Ihr Buch?

Gesten des Aufstands gegen die Zeit und den Tod; heimliche, wilde, befreiende oder furchtbare Gesten.

Welchen Song haben Sie im Ohr, wenn Sie an die Buchmesse denken?

Talking Heads, „Heaven.“

Was haben Ihnen Bücher in der Kindheit und Jugend bedeutet?

Gegenstände, die ich berühren, in der Hand halten konnte und die wunderbarerweise zugleich andere Welten, andere Leben in sich trugen.

Was dürfen wir hoffen?

Auf Wunder.

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