Gelungenes „Blaues Sofa“ zum 50. Geburtstag

 

 

3. September 2019 | Bielefelder WissensWerkStadt

Zum 50-jährigen Jubiläum der Universität Bielefeld lud Bertelsmann vier Professorinnen und Professoren der Hochschule auf das „Blaue Sofa“ in der Bielefelder Wissenswerkstadt ein. Im Gespräch mit Ariane Binder und Thorsten Jantschek stellten Elena Esposito, Angelika Epple, Klaus-Michael Bogdahl und Walter Erhart ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte vor.

Zu ihrem 50. Geburtstag machte Bertelsmann der Universität Bielefeld in der vergangenen Woche ein besonderes Geschenk: Vier der renommiertesten Professorinnen und Professoren der Hochschule nahmen am 3. September auf dem „Blauen Sofa“ Platz, das erstmals in der Bielefelder Wissenswerkstadt aufgestellt wurde. Im Gespräch mit Moderatorin Ariane Binder (3sat) und Moderator Thorsten Jantschek (Deutschlandfunk Kultur) stellten die Soziologin Elena Esposito, die Historikerin Angelika Epple sowie die beiden Germanisten Klaus-Michael Bogdahl und Walter Erhart ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte vor.

Immanuel Hermreck

Nachdem Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld, die rund 100 Gäste begrüßt hatte, richtete sich auch Bertelsmann-Personalvorstand Immanuel Hermreck mit einem Grußwort an das Publikum und ging dabei auf die langjährige enge Zusammenarbeit des Unternehmens mit der Hochschule ein. So unterstütze Bertelsmann zum einen seit Jahren verschiedene Projekte der Universität, zum anderen sei die Universität durch ihre exzellente Ausbildung für Bertelsmann als einer der größten Arbeitgeber in der Region ein „natürlicher Partner und eine Nachwuchsschmiede“, so Hermreck weiter. Mit dem „Blauen Sofa“ biete Bertelsmann Kreativschaffenden unabhängig von ihrem Tätigkeitsfeld eine Bühne, schlug der Personalvorstand anschließend die Brücke zur Veranstaltung. „Kreativität und unternehmerische Freiheit umzusetzen – dies ist das Lebenselixier unseres Unternehmens. Deshalb sind Kreativität und Unternehmertum die Kernwerte in unserer täglichen Arbeit.“

Prof. Dr. Elena Esposito und Thorsten Jantschek

Als erste Wissenschaftlerin nahm an dem Abend die Soziologin Elena Esposito Platz auf dem literarischen Möbelstück und sprach gemeinsam mit Thorsten Jantschek über die gesellschaftlichen Folgen von Vorhersagen durch Algorithmen. Der zweite Gast, Klaus-Michael Bogdal, beschäftigt sich als Literaturwissenschaftler seit über zwanzig Jahren mit der Stigmatisierung von Sinti und Roma in der europäischen Literatur und Kunst und stellte im Gespräch mit Moderatorin Ariane Binder sein Buch „Europa erfindet die Zigeuner. Eine Geschichte von Faszination und Verachtung“ vor.

Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdahl und Ariane Binder

Germanist Walter Erhart war der einzige Protagonist des Abends, der mit seinem Buch über Neil Young keinen beruflichen Forschungsschwerpunkt vorstellte. Rockmusik sei sein Hobby, bereits als Student habe er sich für Neil Youngs sagenumwobenen Bands „Crazy Horse“ und „Stray Gators“ sowie für seine Solomusik mit Gitarre und Mundharmonika interessiert, so Erhart. Als Germanist unterschied er jedoch zwischen der „Lyrik“ beispielsweise von Goethe und den „Lyrics“ von Neil Young oder Bob Dylan. Die Lyrics der Rockmusik fußten nicht allein auf den Gesang oder den Text, sondern seien vielmehr eine Einheit aus Text, Musik und Vortrag, so Erhart. 

 

 

Prof. Dr. Dr. Walter Erhart und Thorsten Jantschek

Angelika Epple, die als Historikerin untersucht, wie Rassen und andere Stereotype erzeugt werden und welche Rolle dabei das Vergleichen spielt, überraschte das Bielefelder Publikum schließlich mit ihrer Eingangsthese, dass man alles miteinander vergleichen könne – „selbstverständlich auch Äpfel mit Birnen“. Ausgehend von ihrer Forschung „Humboldt, der Rassismus und die Kunst des Vergleichens“ sprach sie auf dem „Blauen Sofa“ über die detailgenauen Vergleiche des Naturforschers und sein Verhältnis zu dem Ökonomen und überzeugten Sklavenhalter Francisco di Arango y Parreño

Prof. Dr. Angelika Epple und Ariane Binder

Das Publikum zeigte sich begeistert von den unterhaltsamen Gesprächen – ebenso wie die Gäste auf dem „Blauen Sofa“: „Das müssten wir viel öfter machen“, erklärte Walter Erhart, und Angelika Epple meinte: „So macht Wissenschaft den Menschen Spaß!“ Wer sich die Gespräche des Abends noch einmal anhören möchte, kann dies im verlinkten Podcast von Deutschlandfunk Kultur tun.

Hier geht’s direkt zum Gespräch, und hier zur Seite von Deutschlandfunk Kultur

 

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Es moderierten Thorsten Jantschek | Deutschlandfunk Kultur und Ariane Binder | 3sat-Kulturzeit.