Ena Katarina Haler wurde 1996 in Osijek/Kroatien geboren und lebt in Zagreb. Sie studierte Architektur und Stadtplanung in Zagreb. Ihr erster Roman »Nadohvat« (2019) wurde mit dem Ksaver-Šandor-Gjalski-Preis für die beste Prosa und dem Ivan-und-Josip-Kozarac-Preis für das Buch des Jahres ausgezeichnet. Sie arbeitet am Institut für Kunstgeschichte und schreibt regelmäßig für die Wochenzeitung Express über Architektur, Stadterbe, Literatur und Film.
© Dennis Butorac
Folio Verlag
Iris und Relja kehren mit der Mutter zurück in das zerstörte Haus im Grenzland zu Bosnien. Die Geschwister und der Nachbarsjunge Nino durchstreifen das entvölkerte Dorf, baden im Fluss, erkunden Körper. Iris den eigenen und den von Nino. Nino hingegen träumt von ihrem Bruder Relja. Die symbiotische Dreierbeziehung zerfällt, Nino und Relja gehen fort, die eigenwillige Iris bleibt zurück. Kneipen, Lkw-Kabinen, Autorückbänke. Kompromisslos erkämpft sich Iris ein selbstbestimmtes Leben an der Schwelle zum neuen Jahrtausend, bewahrt sich ihre seelische Unversehrtheit in einer verwüsteten Welt. Rebellion und Selbstermächtigung einer jungen Frau, die auf den Ruinen der Väter eine Zukunft bauen muss.