Ines Geipel

Autoren

Ines Geipel

Ines Geipel, geboren 1960, ist Schriftstellerin und Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Die ehemalige Weltklasse-Sprinterin floh 1989 nach ihrem Germanistik-Studium aus Jena nach Westdeutschland und studierte in Darmstadt Philosophie und Soziologie. 2000 war sie Nebenklägerin im Prozess gegen die Drahtzieher des DDR-Zwangsdopings. Ihr Buch "Verlorene Spiele" (2001) trug dazu bei, dass die Bundesregierung einen Entschädigungs-Fonds für DDR-Dopinggeschädigte einrichtete. 2005 gab Geipel ihren Staffelweltrekord zurück, weil er unter unfreiwilliger Einbindung ins DDR-Zwangsdoping zustande gekommen war. Daneben publizierte siel zu gesellschaftlichen Themen wie Amok, der Geschichte des Ostens und Nachwendethemen.

©  Amac Garbe

Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass

Aktuelles Buch

Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass

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Woher kommen im Osten die große Wut, Fremdenfeindlichkeit und Hass auf "den Staat"? Ines Geipel sucht Antworten auf das Warum der Radikalisierung, ohne die aktuell bestimmende Opfererzählung nach 1989 zu bedienen. Was ermöglichte die breite Zustimmung zu Pegida, AfD und rechtsextremem Gedankengut? Geipel folgt den politischen Mythenbildungen der neu gegründeten DDR-Staates, seinen Schweigegeboten, Lügen und seinem Angstsystem, das alles ideologisch Unpassende harsch attackierte. Seriöse Vergangenheitsbewältigung fand unter diesen Umständen nicht statt. Stattdessen wirkte eine gezielte Vergessenspolitik, die sich bis in die Familien spiegelte - paradigmatisch sichtbar in der Familiengeschichte der Autorin. Gemeinsam mit ihrem Bruder, den sie in seinen letzten Lebenswochen begleitete, steigt Ines Geipel in die "Krypta der Familie" hinab. Verdrängtes und Verleugnetes in der Familie korrespondiert mit dem kollektiven Gedächtnisverlust. Die Spuren führen zu unserer nationalen Krise in Deutschland.

ET: 28.2.2019 | ISBN: 978-3-608-96372-4 | gebunden | 256 Seiten | 20 EUR