Ferda Ataman

Autoren

Ferda Ataman

Ferda Ataman (Jahrgang 1979) ist Journalistin und schreibt seit vielen Jahren über die Themen Migration und Integration. Seit 2018 verfasst sie die Heimatkunde-Kolumne bei Spiegel Online. Sie ist Vorsitzende der Initiative "Neue deutsche Medienmacher", der größten bundesweiten Vereinigung von Medienschaffenden aus Einwandererfamilien. Und Mitbegründerin der "neuen deutschen organisationen", einem Zusammenschluss von über 100 Vereinen und Initiativen, die sich gegen Rassismus und für Vielfalt in der Gesellschaft einsetzen. Ferda Atman ist Kind türkischer Einwanderer und lebt in Berlin.

©  Andreas Labes

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Deutsche heißen Günter und Gaby, aber eben auch Fatma und Fatih. Die Art, wie wir über Migration, Geflüchtete und Integration reden, zeigt: Wir haben ein Wahrnehmungsproblem. Wir tun so, als könnten wir ernsthaft entscheiden, ob wir Migranten im Land haben wollen oder nicht, und wenn ja, wie viele wir davon vertragen. Das ist Blödsinn. Sie sind längst da - und ein Teil des "wir". Die Vorstellung von einer "weißen" Aufnahmegesellschaft, in die Migranten reinkommen, ist eine Art deutsche Lebenslüge, sagt Ferda Ataman. Wie viele andere Deutsche, die mit einem ausländischen Namen aufgewachsen sind, reißt ihr der Geduldsfaden. Sie hat es satt,  erklären zu müssen, woher sie kommt, wie sie zu Erdogan steht oder was sie vom Kopftuch hält. Nur wegen ihres Namens oder des Geburtslandes ihrer Eltern. In ihrer pointierten Streitschrift stellt Ataman fest: "Wir haben ein Demokratieproblem, kein Migrationsproblem. ABER: Wir sind weltoffener, als wir denken. Also Schluss mit Apokalypse."