Steffen Mau

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Steffen Mau

Steffen Mau, geboren 1968 in Rostock, ist Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach seinem Studium der Soziologie und Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin und der University of Bristol wurde er am Europäischen Hochschulinstitut Florenz zum Dr. rer. pol. promoviert. Als Professor für Politische Soziologie war Mau 11 Jahre lang an der Universität Bremen tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Soziologie der sozialen Ungleichheit, Transnationalisierung, europäische Integration und Migration. Von 2012 bis 2018 war er Mitglied der wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrats, außerdem ist er Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Als einer der produktivsten Soziologen der Gegenwart führten ihn zahlreiche Gastprofessuren und Fellowships u. a. an das Centre d'études européennes et de politique comparée Science Po in Paris, an die schwedische Universität Umeå und die London School of Economics. 2018 war Steffen Mau Fellow am Center for European Studies an der Harvard University.

©  Marten Körner, Suhrkamp Verlag

Wolle man etwas über die DDR wissen, so hat es mein verstorbener akademischer Lehrer Wolfgang Zapf immer betont, brauche man "Ortskenner", allein durch Außenanschauung und Fernerkundung ginge das nicht. Für mich selbst waren die Vor-Ort-Besuche eine Herausforderung. Zu vielen und zu vielem habe ich sowohl Distanz als auch Nähe empfunden. Distanz, weil mein eigenes Leben heute mit dem Lütten Kleiner Alltag so wenig gemein hat; Nähe, weil mir die Art, auf die Welt zu schauen, und das mentale Gepäck vieler Bewohner dann doch vertraut waren.

Steffen Mau
Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft

Aktuelles Buch

Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft

Suhrkamp

ET: 12.08.2019 | Gebunden | 284 Seiten | ISBN: 978-3-518-42894-8 | 22 EUR

Steffen Mau wächst in den siebziger Jahren im Rostocker Neubauviertel Lütten Klein auf. Als die Mauer fällt, ist er bei der NVA, nach der Wende studiert er, wird schließlich Professor. Währenddessen kämpft seine Heimat mit den Schattenseiten der Wiedervereinigung: Statt blühender Landschaften prägen verrostende Industrieruinen die Szenerie. Mit der neuen Freiheit und dem Massenkonsum kommen Erfahrungen sozialer Deklassierung.30 Jahre nach 1989 zieht Mau mit dem ebenso scharfen wie empathischen Blick eines Lütten Kleiner Soziologen Bilanz. Er spricht mit Weggezogenen und Dagebliebenen, er schaut zurück auf das Leben in einem Staat, den es nicht mehr gibt. Wie veränderte sich die Sozialstruktur, wie die Mentalitäten? Was sind die Ursachen für Unzufriedenheit und politische Entfremdung in den neuen Ländern? Wie wurde aus der Stadt, in der er gemeinsam mit Kindern aller Schichten seine Jugend verbrachte, ein Ort sozialer Spaltung? Viele der Spannungen, so sein Fazit, die sich in Ostdeutschland beobachten lassen, haben ihren Ursprung in der DDR-Zeit. Doch wurden sie durch die Transformation nicht aufgehoben. Vielmehr verschärften sie sich zu gesellschaftlichen Frakturen, die unser Land bis heute prägen.

"Der Hinweis auf die übersehene Feminisierung der West-Wanderung ist nur eines der vielen Aha-Erlebnisse, die die Lektüre von Steffen Maus Buch so lohnend machen."Rainer Hank, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

"Eine kenntnisreiche Studie über den Riss, der sich durch Ostdeutschland zieht."DIE ZEIT

"Steffen Mau erzählt genau so viel aus seinem und dem Erleben anderer Lütten Kleiner und unterlegt die Anekdoten - wo nötig - mit Zahlen, dass daraus ein vielschichtiges Sittengemälde entsteht, ohne den Leser mit Geschwätzigkeit, Larmoyanz oder Fakten zu erschlagen."Silke Hasselmann, Deutschlandfunk

"Steffen Mau bietet [in seinem Werk] differenzierte sozialpsychologische Überlegungen an."Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland